hosted by: www.uboot.com   www.uboot.com  
Lordarianus
user status:  user status 
 Menschen neigen zu Wiederholungen
 offline  visits: 15.523  

Lordarianus » blog » Sinnlose Gedanken » Kleine Geschichten unter Freunden

Sinnlose Gedanken

     
04.12.2007 11:26

Kleine Geschichten unter Freunden

Schattentänzerin hatte sich ihre ihr hübsches Aussehen bewahren können, trotz der harten Zeit ihrer Jugend.
Sie sprach kaum darüber, hätte man sie ihrer Narben wegen gefragt, sie hätte bestenfalls gelächelt.

Sicher, Sturmreiter kannte die meisten der Geschichten, doch wieso sollte er sie erzählen?
Sie waren sicher verborgen in den Archiven, die er sich im Laufe der Zeit, in seinem Geist angelegt hatte, zusammen mit seinen Visionen, den Alpträumen und anderen unfreundlichen Dingen.

Nur ein Dummkopf hätte gewagt in seinen Geist einzudringen.

Nun sassen sie wieder einmal an irgendeinem dieser gottverlassenen Orte, von denen es immer mehr zu geben schien. Schattentänzerin schien sich sicher zu fühlen, sonst hätte sie wohl kaum ein Lagerfeuer entfacht, entweder das oder sie war auf der Suche nach Streit.

Und tatsächlich, sie schien sie längst bemerkt zu haben, Banditen.  Arme Schweine eigentlich, es waren harte Zeiten und so manchem war nichts anderes übriggeblieben, als sich einer Bande anzuschliessen.

Sturmreiter nahm sich vor sich zurückzuhalten, hoffentlich würde Schattentänzerin nicht allzu hart mit ihnen umspringen, aber sie schien die Ablenkung bitter nötig zu haben.

Und das Schauspiel begann, auf eine kleine Geste hin, legten sie sich 'schlafen'.
Er hoffte wirklich, dass sie sich im Griff haben würde. Sicherheitshalber nahm er etwas Erde in die Hand und begann sich zu sammeln.

Die Banditen schienen misstrauisch zu sein, müde oder einfach unerfahren, sie liessen sich einfach zu viel Zeit.
Die Anspannung in Schattentänzerin war fast schon greifbar, Sturmreiter begann zu schnarchen. Und die Banditen griffen an.

Unerfahren...

Schattentänzerin lies ihrem Instinkt freien Lauf...
Einem Wirbelwind gleich fegte sie durch die Reihen der Banditen, Reihen war vielleicht übertrieben, es waren gerade mal 15 Unerfahrene.
Bei Profis hätte es vielleicht sogar eng werden können.

Sturmreiter setzte sich auf und beobachtete das Schauspiel, er hatte es zwar schon so oft gesehen, aber er genoss es immer wieder.
Die fliessenden Bewegungen, die gezielte Freisetzung von Kraft...sie hatte zwar ihre Dolche gezogen, doch schlug sie nur mit den Griffenden zu während sie mit den Klingen parierte. Er konnte das Feuer in Schattentänzerins Augen sehen.

Er machte sich eine geistige Notiz für später, sie hatten kaum noch Kräuter um die Schmerzen zu betäuben, die Schattentänzerin später sicher haben würde.

Sie und er waren zwar noch relativ jung, doch die Zeit und ihre Leben hatten Spuren an Ihnen hinter lassen. Und auch wenn ihre Bewegungen noch immer voller Anmut waren, würden ihre Gelenke ihr schon noch sagen, was sie davon hielten.

Und er, er schien älter als er tatsächlich war, wie die meisten Sandmagier...man hatte ihn schon zu Beginn seines Studium in der Universität der vielfachen Stadt gewarnt, dass weniger manchmal mehr sein kann.

'Nehmt von eurem Sand nur wenn es keinen anderen Weg gibt', hatte der Grossmeister die Studenten gewarnt. 'Diese Zauber sind zwar die mächtigeren, doch bedenkt, dass ihr damit Euer Leben aufbraucht!'

Nun war es aber genug, das erste Blut war geflossen, es war an der Zeit einzugreifen. Er ballte die Faust fester und lies die Energie kontrolliert in die Erde darin fliessen. Schliesslich öffnete er seine Hand und blies.

Die Erde, nun zu feinem Staub geworden, verteilte sich über den Kämpfenden und senkte sich langsam, aber bestimmt auf sie nieder. Die Wenigen, die noch stehen konnten, brachen bewusstlos zusammen ...alle, ausser Schattentänzerin.

Sie sah ihn nur vorwurfsvoll an, während sie langsam auf ihre Knie sank.
Er hatte den Banditen das Leben gerettet, daran bestand für ihn kein Zweifel mehr. Sie würde sich hoffentlich beruhigt haben, ehe der Zauber seine Wirkung verlor...

Er hatte keine Lust mit Schattentänzerin zu streiten, seine Rippen schmerzten noch immer vom letzten Mal, aber die Tatsache, dass sie noch immer nicht eingeschlafen war, sonder ihn nur stumm anstarrte, liess ihn jedoch dunkles ahnen.

Ob er sich dieses mal mehr 'wehren' sollte?
Vielleicht sogar, etwas von sich geben?
Nein, lieber den Sturm aussitzen und hoffen, dass er nicht zu lange anhalten würde.

Er ging zu ihr und lud sie sich auf die Schulter, hier konnten sie nicht bleiben, er hatte keine Lust darauf, dass sich das Schauspiel am nächsten Tag wiederholte. Sturmreiter war sich zwar sicher, dass den Männern das Räuberspielen fürs erste vergangen war, aber lieber kein Risiko eingehen.
Schattentänzerin konnte sehr…ausdauernd sein.

So trug er sie durch die Einöde, erleichtert als er spürte wie sich ihr Herzschlag verlangsamt und ihre Atemzüge ruhiger wurden. Sie war endlich eingeschlafen. Als er schliesslich eine verlassene Höhle fand, legte er Schattentänzerin vorsichtig ab und gönnte sich selbst etwas Schlaf.

Erst sah er Sterne, dann kam der Schmerz...
Fast hätte er es für einen Traum gehalten, fast...
'Du hast dich also doch noch nicht beruhigt?'

Es war eher eine Feststellung, als eine Frage. Sturmreiter versuchte sein Auge zu öffnen, dass andere hatte bereits begonnen zuzuschwellen.

'Wie konntest du dich nur einmischen? Du hattest kein Recht dazu!' Schattentänzerins Gesicht war eine Maske aus Wut und etwas anderem, Enttäuschung?

'Ich hatte Recht damit und dass ich nur aus einem Augen sehen kann bestätigt mich nur noch mehr! Das waren nur einfache Leute, ein paar Schläge, das hätte ich verstanden, aber du hast wieder einmal die Kontrolle über dich verloren!'

Sturmreiter überlegte sich einen Moment lang, ob er sein Gesicht abtasten sollte, verwarf diesen Gedanken aber gleich wieder.

'Einfache Leute? Sie hätten uns getötet ohne zu zögern!'
'Aber nur um sich selbst am Leben zu erhalten, du hast doch schon beim ersten Schlag gemerkt, dass kein professioneller Räuber unter ihnen war!'

Ihre Miene verfinsterte sich noch mehr.
Gänsehaut jagte über Sturmreiters Nacken, er hatte diesen Namen wirklich verdient!


Keine Sterne, Wolken, egal...
Ziel muss erreicht werden...
Niemand entkommt...
Fliehen?
Ja?
Entkommen?
Nie!

Sichelkriecher verbirgt sich im Schatten. Schatten, Schattentänzerin, Gegner, nicht jetzt!
Schleichen, kriechen, spüre das Leben, dass bald erlöschen wird, erlöschen...

Etwas huschte durch die Gänge, Hallen, mal am Boden, mal an der Decke...
Von niemandem wahrgenommen. Metal auf Stein, aber kein Geräusch, Metal auf Holz, keine Kratzer, keine Spuren.

Kalte Schärfe in Fleisch, ruhig, Stille, Blut, nicht viel, schnell entsorgen, weiter, weiter, weiter...

Der Herr des Hauses spürte nicht einmal einen Windhauch, die Wächter hören etwas zu Boden fallen, öffnen die Tür. Er sitzt noch da, sein Kopf liegt zu seinen Füssen.

0 kommentare   0 trackbacks
  

neuen kommentar erstellen
kleine rechenübung: wieviel ist 19 minus 9 ?
 

« 6  07 / 2008
mo di mi do fr sa so
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031