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04.12.2007 11:26
Kleine Geschichten unter FreundenSchattentänzerin hatte sich ihre ihr hübsches Aussehen bewahren können, trotz der harten Zeit ihrer Jugend. Sicher, Sturmreiter kannte die meisten der Geschichten, doch wieso sollte er sie erzählen? Nur ein Dummkopf hätte gewagt in seinen Geist einzudringen. Nun sassen sie wieder einmal an irgendeinem dieser gottverlassenen Orte, von denen es immer mehr zu geben schien. Schattentänzerin schien sich sicher zu fühlen, sonst hätte sie wohl kaum ein Lagerfeuer entfacht, entweder das oder sie war auf der Suche nach Streit. Und tatsächlich, sie schien sie längst bemerkt zu haben, Banditen. Arme Schweine eigentlich, es waren harte Zeiten und so manchem war nichts anderes übriggeblieben, als sich einer Bande anzuschliessen. Sturmreiter nahm sich vor sich zurückzuhalten, hoffentlich würde Schattentänzerin nicht allzu hart mit ihnen umspringen, aber sie schien die Ablenkung bitter nötig zu haben. Und das Schauspiel begann, auf eine kleine Geste hin, legten sie sich 'schlafen'. Die Banditen schienen misstrauisch zu sein, müde oder einfach unerfahren, sie liessen sich einfach zu viel Zeit. Unerfahren... Schattentänzerin lies ihrem Instinkt freien Lauf... Sturmreiter setzte sich auf und beobachtete das Schauspiel, er hatte es zwar schon so oft gesehen, aber er genoss es immer wieder. Er machte sich eine geistige Notiz für später, sie hatten kaum noch Kräuter um die Schmerzen zu betäuben, die Schattentänzerin später sicher haben würde. Sie und er waren zwar noch relativ jung, doch die Zeit und ihre Leben hatten Spuren an Ihnen hinter lassen. Und auch wenn ihre Bewegungen noch immer voller Anmut waren, würden ihre Gelenke ihr schon noch sagen, was sie davon hielten. Und er, er schien älter als er tatsächlich war, wie die meisten Sandmagier...man hatte ihn schon zu Beginn seines Studium in der Universität der vielfachen Stadt gewarnt, dass weniger manchmal mehr sein kann. 'Nehmt von eurem Sand nur wenn es keinen anderen Weg gibt', hatte der Grossmeister die Studenten gewarnt. 'Diese Zauber sind zwar die mächtigeren, doch bedenkt, dass ihr damit Euer Leben aufbraucht!' Nun war es aber genug, das erste Blut war geflossen, es war an der Zeit einzugreifen. Er ballte die Faust fester und lies die Energie kontrolliert in die Erde darin fliessen. Schliesslich öffnete er seine Hand und blies. Die Erde, nun zu feinem Staub geworden, verteilte sich über den Kämpfenden und senkte sich langsam, aber bestimmt auf sie nieder. Die Wenigen, die noch stehen konnten, brachen bewusstlos zusammen ...alle, ausser Schattentänzerin. Sie sah ihn nur vorwurfsvoll an, während sie langsam auf ihre Knie sank. Er hatte keine Lust mit Schattentänzerin zu streiten, seine Rippen schmerzten noch immer vom letzten Mal, aber die Tatsache, dass sie noch immer nicht eingeschlafen war, sonder ihn nur stumm anstarrte, liess ihn jedoch dunkles ahnen. Ob er sich dieses mal mehr 'wehren' sollte? Er ging zu ihr und lud sie sich auf die Schulter, hier konnten sie nicht bleiben, er hatte keine Lust darauf, dass sich das Schauspiel am nächsten Tag wiederholte. Sturmreiter war sich zwar sicher, dass den Männern das Räuberspielen fürs erste vergangen war, aber lieber kein Risiko eingehen. So trug er sie durch die Einöde, erleichtert als er spürte wie sich ihr Herzschlag verlangsamt und ihre Atemzüge ruhiger wurden. Sie war endlich eingeschlafen. Als er schliesslich eine verlassene Höhle fand, legte er Schattentänzerin vorsichtig ab und gönnte sich selbst etwas Schlaf. Es war eher eine Feststellung, als eine Frage. Sturmreiter versuchte sein Auge zu öffnen, dass andere hatte bereits begonnen zuzuschwellen. 'Wie konntest du dich nur einmischen? Du hattest kein Recht dazu!' Schattentänzerins Gesicht war eine Maske aus Wut und etwas anderem, Enttäuschung? 'Ich hatte Recht damit und dass ich nur aus einem Augen sehen kann bestätigt mich nur noch mehr! Das waren nur einfache Leute, ein paar Schläge, das hätte ich verstanden, aber du hast wieder einmal die Kontrolle über dich verloren!' Sturmreiter überlegte sich einen Moment lang, ob er sein Gesicht abtasten sollte, verwarf diesen Gedanken aber gleich wieder. 'Einfache Leute? Sie hätten uns getötet ohne zu zögern!' Ihre Miene verfinsterte sich noch mehr. Keine Sterne, Wolken, egal... Sichelkriecher verbirgt sich im Schatten. Schatten, Schattentänzerin, Gegner, nicht jetzt! Etwas huschte durch die Gänge, Hallen, mal am Boden, mal an der Decke... Kalte Schärfe in Fleisch, ruhig, Stille, Blut, nicht viel, schnell entsorgen, weiter, weiter, weiter... Der Herr des Hauses spürte nicht einmal einen Windhauch, die Wächter hören etwas zu Boden fallen, öffnen die Tür. Er sitzt noch da, sein Kopf liegt zu seinen Füssen.
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